Christliche und muslimische Identität
Anstöße für eine neue Verständigung
Klappentext:
„Gegenwärtig lässt sich in vielen Gesellschaften eine wachsende Inhomogenität der Wertorientierungen unter den Individuen erkennen. Hierbei spielt das Aufeinander-prallen von Islam und Moderne eine besondere Rolle.
Muslimische Menschen sollen sich innerhalb der Moderne oder für moderne Strukturen von ihrem „traditionell-kollektiviert“ orientiertem Identitätsverständnis lösen und sich selbst als Subjekt im Rahmen eines „modern-individualistisch“ orientierten Identitätsverständnisses begreifen. Der hieraus erwachsenden Konfliktlage kommt nach den schrecklichen Attentaten des 11. September 2001 und den darauf folgenden Geschehnissen besondere Bedeutung zu.“
Aus dem Schlusskapitel:
„Es scheint hinreichend dargelegt, dass in den Lebensbedingungen der Migration von Menschen muslimischer Herkunft im Zusammenhang mit der Lebenswelt der Moderne Identitätskrisen entstehen können, die eine scheinbar zwingende Entscheidung zur Assimilation bzw. Integration, die ein säkulares Verhalten in sich bergen oder Separation bzw. Marginalisation, die ihrerseits bezogen auf die Religionsform des Islam, fundamentalistische Züge tragen können, notwendig machen. Der dritte Weg, die Annahme des modern-individualistischen Identitätsverständnisses mit einem weiterhin gelebten Islam, beschränkt auf die persönliche religiöse Ebene, scheint durch die islamische Dogmatik weitgehend verhindert. Hier können bildungspolitische Maßnahmen wirken und die Basis für ein tolerantes Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft schaffen.
An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Formulierung von Verallgemeinerungen bezüglich Religionsformen und Personengruppen immer problematisch ist. Aus diesem Grund beschränkte sich die Analyse auf idealtypische Darstellungen. Der Islam in Deutschland wird von seinen Vertretern sehr unterschiedlich erlebt und gelebt. Entsprechend unterschiedlich stellen sich die Verhaltensweisen im Kontext der Moderne dar. Der Zusammenhang von traditioneller Orientierung und Bildungsstand, der statistisch relevant erscheint, lässt jedoch eine Typisierung in der dargelegten Weise und hieraus entwickelte Schlussfolgerungen zu.
In diesem Sinne versteht sich die vorgelegte Analyse als Anregung, welche eine andere Perspektive in der Wahrnehmung und Bewertung des Verhaltens und Handelns muslimischer Migranten in der Bundesrepublik ermöglichen kann.“
LIT-Verlag Münster, 2003, ISBN 3-8258-7094-4, 17,90 Euro, überall im Handel.

